Die wilde Frau

„Der Fernseher ersetzt unser Lagerfeuer,

an dem wir uns Geschichten erzählten,

die uns mit unserer Seele und den Ahnen verbanden.

Die Sterilität des Lebensrahmens,

macht nicht vor unserem Ausdruck halt..

Wir verstecken, was in uns ist, wir verbergen unsere Wut,

unsere Trauer, unsere Scham, unser Laut-Sein, unser weich sein,

unser ECHT SEIN.

Hinter Schminke, hinter sauberen Kleidern, und einer möglichst guten Figur.

Wir zelebrieren Anpassung, Eingefügt-Sein, Passen, Funktionieren.

Wir mögen es nicht herb, bitter und deftig.. wir sind süß und fad, mit Zuckerguß glasiert.

Wir haben Angst verstoßen zu werden, …von einer Gesellschaft, die sich selbst längst verloren hat.“

Unsere Wilde Frau – unsere Wolfsfrau, entdecken wir wenn wir uns unserem Schatten zuwenden. Der Grund für all unsere Programme, Süchte und Flüchte, unsere Leere, unsere Leblosigkeit und Hilflosigkeit, unsere Trauer, unsere Rebellion, Verweigerung unser Ausweichen, unsere Anspannung und Überforderung… ist dass wir Teile von uns abgespalten haben. Teile die nicht passten, Teile für die wir ermahnt und ausgeschlossen wurden, Teile für die wir gehänselt wurden. Die Erfahrung von sozialer Ausgrenzung ist einer der größten Schmerze die es für uns gibt. In früherer Zeit lebensbedrohlich für uns. Um Lieblosigkeit, Strafe und Ausgrenzung zu entgehen spalten wir bereits im Kleinkind-Alter Anteile von uns ab, auf die unser Umfeld ablehnend reagiert hat.

Diese Anteile bilden unseren Schatten. Energie die uns stets begleitet, die uns nicht bewusst ist, und auf die wir im Alltagsbewusstsein keinen Zugriff haben – folglich können wir auch nicht von dieser Energie in Form von Kraft und Klarheit profitieren.

In unserem Schatten ist all das „Böse“, Aggressive, Strafende, die Härte, aber auch Weichheit, Hilflosigkeit, Emotionalität, Feinfühligkeit. Welche Anteile wir zu unserem Schatten gemacht haben ist je nach Geschichte individuell.

Es gibt Frauen deren Schatten die Zartheit, die Feinfühligkeit, die Weichheit ist – sie leben mehr in der Härte, Emotionsunterdrückung, im Funktionieren, im Macher-Modus.

Es gibt Frauen deren Schatten die Macht, die Aggression, die Verurteilung ist. – sie leben mehr in der Manipulation, Feinfühligkeit, Zartheit, Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit.

Um unsere Klarheit, Zentrierung, Verbundenheit und innewohnende Stärke wieder zu erlangen, können wir hinab steigen in unsere Tiefen. Ehrlich wahrnehmen was hinter unserer Fassade „lauert“, all das Ungewollte und (unserer Meinung nach) Unpassende anschauen und bezeugen. Wir können aufhören, Teile von uns abzuschneiden und wegzudrücken. Indem wir unsere Schatten-Frau kennen lernen ,beginnt sie sich Stück für Stück zu integrieren.

Wenn unsere Schattenfrau integriert ist, können wir die Wilde Frau in uns zulassen. Die Wilde, ursprüngliche weibliche Kraft. Unsere Wilde Frau ermöglicht uns Kraft zur Echtheit, Spontanität, Kreativität, Lebensfülle, bedingungslose Selbsttreue, Freiheit, Verbundenheit mit dem Leben, Selbstakzeptanz, Geborgenheit in uns und mit Anderen.. und Wunder!

Was hilft uns, mit unserer Urkraft, der Wilden Frau in uns in Kontakt zu treten?

  • Natur
  • Barfuß
  • Rituale
  • vertrauensvolle Frauenkreise
  • Körperliche Bewegung die uns in die Lebendigkeit hilft
  • Töne machen
  • Singen egal wie es sich anhört
  • Kreativer Ausdruck
  • ausdrücken was in Dir lebendig ist (Freude, Schmerz, schwierige Gefühle)
  • sich mit altem Wissen befassen (Tantra, Aryurveda, Kräuterheilkunde, Schamanismus etc)
  • etwas mit den Händen erschaffen
  • Körperarbeit, Körperfühlen
  • Die Absicht, Dich selbst kennen zu lernen, auch Deine Dunkelheit